haus mit estrichbelag
Zementestrich © Liebmann Estriche GmbH

Die Bodenverlegung beginnt nicht mit der Verlegung der ersten Diele, sondern schon davor: der Untergrund muss verlegereif sein. Das bedeutet, er muss spezielle Kriterien erfüllen, damit mit der Verlegung gestartet werden kann. Für die Bodenverlegung ist darauf zu achten, dass der Estrich sauber, rissfrei, stabil, eben und trocken ist. Aber worum handelt es sich bei einem Estrich eigentlich?

Die Grundlage für jeden Boden

Alle Estriche sind nach der EN 13813 genormt. Darin werden Eigenschaften und Anforderungen des Estrichs festgelegt. Der Estrich muss dabei vor allem die Funktionen erfüllen, den Druck gleichmäßig auf den Untergrund zu verteilen und einen gleichmäßigen Untergrund für den Bodenbelag zu bilden. Mitunter müssen auch Höhenunterschiede ausgeglichen werden. In manchen Fällen wird der Estrich auch ohne zusätzlichen Bodenbelag als Sichtestrich direkt genutzt.

Das Bindemittel bestimmt den Estrich

Estriche werden nach dem jeweiligen Bindemittel unterschieden. Als Bindemittel bezeichnet man jene Komponente, die Festigkeit aufbaut, das heißt, das Material erhärten lässt. Die im privaten Bereich am häufigsten eingesetzten Estriche sind der Zementestrich und der Calciumsulfatestrich. Daneben gibt es noch andere Estriche, die hier weniger gebräuchlich sind.

1. Zementestrich (CT)

Der Zementestrich besteht aus dem Bindemittel Zement, Gesteinskörnung (Sand/Kies), Wasser und speziellen Zusatzstoffen, die die Verarbeitung erleichtern oder die Trocknung beschleunigen. Zementestrich bindet hydraulisch ab: Die Zusatzstoffe verbinden sich chemisch mit den Wassermolekülen. Somit wird aus dem Frischbeton ein fester Kunststein.

Sonderformen sind der Zementfließestrich als Werktrockenmörtel oder Werkfrischmörtel. Neuere Produkte können auch Fasern enthalten, um die Rissbildung bei der Trocknung zu vermeiden.

Vorteile Nachteile
  • unempfindlich gegen Feuchtigkeit
  •  hohes Schwindmaß, neigt zu Rissen und kann aufwölben
  • resistent gegen Frost
  •  ab einer Größe von 40m2 müssen Fugen gemacht werden
  • hält hohen Flächenlasten stand
  •  Mindesttemperatur von 5°C beim Einbau und fünf Tage danach sind einzuhalten
haus mit estrichbelag
Zementestrich © Liebmann Estriche GmbH

2. Calciumsulfatestrich (CA)

Neben dem Zementestich ist der Calciumsulfatestrich (früher Anhydritestrich genannt) ein häufig eingesetzter Estrich. Er bindet durch Einlagerung von Kristallwasser zu Gips ab. Im Unterschied zu Zementestrich ist er wasserlöslich und kann deshalb nur in trockenen Innenräumen eingesetzt werden.

Vorteile Nachteile
  • geringes Schwindmaß und geringe Spannungen
  • nicht resistent gegen Feuchtigkeit
  • große Flächenverlegung bis zu 100 m2 ohne Fugen möglich
  • frühestens nach 1-2 Wochen aufbringen des Belags möglich
  • schnelle Aushärtung
  • schlecht zu recyceln
Boden mit Anhydritestrich
Anhydritestrich mit Fußbodenheizung beim Einbau © Creative Commons

3. Andere

Andere Estriche, wie der Gussasphaltestrich (AS), der Kunstharzestrich (SR) oder der Magnesiaestrich (MA) sind im privaten Bereich kaum gebräuchlich.

Vorbereitung auf die Bodenverlegung

Die Eigenschaften des Estrichs wirken sich natürlich direkt auf die Bodenverlegung aus. Hier muss auf einige Voraussetzungen geachtet werden, um viel Freude mit dem neuen Boden zu haben. Welche dies sind, lesen Sie in unseren Verlegeanleitungen.

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